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Unsere pädagogische Haltung

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„Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten,
und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“

J.W. von Goethe


Unsere innere Haltung prägt unsere Sichtweise auf unsere Mitmenschen. Letztendlich ist sie es, die unser Handeln bestimmt. Wertschätzung, Partizipation und Transparenz sind wichtige Grundsteine für ein gelingendes Miteinander zum Wohle der Kinder.
Ein geschütztes,  klar strukturiertes Lebensumfeld, und ein Angebot von tragfähigen und verlässlichen Beziehungen stellen eine unerlässliche und wichtige Voraussetzung  dar.
Das allein reicht jedoch nicht aus, um traumatisierten Menschen zu helfen, belastende Ereignisse aus ihrer oftmals bewegten Biografie zu bearbeiten.  

Traumapädagogik in der Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf

In fast 50 Jahren Erfahrung in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen haben wir viel aus den seelischen Verletzungen der uns anvertrauten jungen Menschen gelernt. In unserem Selbstverständnis als lernende und wachsende Organisation haben wir immer wieder neue Wege beschritten, um Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend zu versorgen und sie unterstützend zu begleiten. So haben wir im Lauf der Zeit heilpädagogische, lösungsorientierte, systemische und tiergestützte Aspekte in unsere Arbeit integriert, insofern sich diese als notwendig und hilfreich erwiesen.
Forschungserkenntnisse aus Psychotraumatologie und Hirnforschung ermöglichen uns heute ein professionelles Verständnis der Auswirkungen von psychischen Traumata auf die Entwicklung  und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen.

"Der gute Grund"

Viele der Verhaltensweisen, mit denen Kinder und Jugendliche auf Traumatisierungen reagieren, sind für ihr Umfeld mitunter schwer nachvollziehbar und manchmal auch belastend. Um diesen Verhaltensweisen als PädagogIn fachlich angemessen begegnen zu können gilt es zunächst einmal zu verstehen, dass es sich hierbei um Überlebensstrategien handelt, und diese als solche zu würdigen. Ein nächster Schritt besteht darin, dieses belastende Verhalten mit den Kindern und Jugendlichen urteilsfrei zu reflektieren, und dann möglicherweise alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.

Der Pädagoge/die Pädagogin braucht ein hohes Mass sowohl an Reflexion als auch an Selbstreflexion,  um die Verhaltensweisen der Kinder und die eigenen Reaktion darauf einzuordnen und um dem Kind individuell angepasste Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können. 

Selbstbemächtigung - ein Schlüssel zur Weiterentwicklung

Traumatisches Geschehen wird bearbeitet,  indem man die Kinder und Jugendlichen, im Sinne von Selbstbemächtigung dazu befähigt, das Erlebte in die eigene Lebensgeschichte einzuordnen, Vertrauen zu fassen und im Leben einen Sinn zu finden.3

Traumapädagogik bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Förderung des Selbstverstehens, der Körper- und Sinneswahrnehmung, der Emotionsregulation, der physischen und psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz), sowie der Partizipation.

Traumapädagogische Haltung in der Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf

Die traumapädagogische Grundhaltung beinhaltet ein aus fachlicher Sicht verändertes Verständnis von Gruppenprozessen und Gruppendynamik, von haltgebenden Strukturen, bindungsförderndem Verhalten und Stabilisierung, sowie auch von der Elternarbeit.1

Seit 2014 befindet sich die Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf auf den Weg, der professionellen Betreuung von Kindern,  Jugendlichen und Familien in all ihren Einrichtungen und Hilfsangeboten eine traumapädagogische Haltung zugrunde zu legen. Konkret bedeutet dies: