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Selbstbemächtigung

„Trauma ist, so lernen wir von der Psychotraumatologie, ein Ereignis oder eine Ereignisfolge, das die Individuen bis in die Grundfesten erschüttert. Zentral ist das Erleben von Ohnmacht, von Objekt sein. Die Aufgabe des Selbst ist der Preis fürs Überleben. Traumabearbeitung bedeutet deshalb das Herauskommen aus der Erstarrung, die Rückeroberung des Selbst.
Die Pädagogik der Selbstbemächtigung beinhaltet das Selbstverstehen, z. B. wie reagieren Kopf und Körper auf traumatische Erlebnisse.
Die Psychotraumatologie hat dafür gesorgt, dass diese Kenntnisse uns heute zur Verfügung stehen. Mithilfe dieser Kenntnisse lernen wir uns zu verstehen. Mithilfe der Zurückeroberung der Körperwahrnehmung lernen wir unser Selbst zu spüren. Schritt für Schritt können wir üben, Traumafolgen wie Erstarren, Dissoziieren, Explodieren zu regulieren, die Fernbedienung auszuschalten und wieder unsere eigene Frau und unser eigner Herr, wieder Subjekt zu werden, uns unseres Selbst wieder zu bemächtigen.
Und das ist eine Voraussetzung zur sozialen Teilhabe, eine Voraussetzung, um die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen ich lebe, wahrnehmen und beeinflussen zu können.“2

Wilma Weiß